„Fight for my love – Kämpf dich in mein Herz“ von Bettina Kiraly

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„Fight for my love – Kämpf dich in mein Herz“

Eine Frau, die sich ein neues Leben wünscht.
Ein Mann, der an nichts mehr glaubt.
Eine Liebe, die nicht sein darf!

Madison:
Wieder zurück auf die Farm meines Vaters zu müssen, ist mein persönlicher Albtraum. Ich habe gehofft, dem goldenen Käfig entfliehen zu können. Jetzt soll ich in das Familienunternehmen einsteigen, obwohl ich meinen Vater für seine Drogengeschäfte verachte. Wie kann ich vor ihm fliehen, wenn er mir einen grimmigen Aufpasser an die Seite stellt? Und warum habe ich den Eindruck, dass mein Bodyguard nicht der seelenlose Ex-Soldat ist, für den er sich hält?

Jackson:
Meine Seele gehört der Dunkelheit, meine Loyalität einem Mann, dessen Geschäfte ich eigentlich nicht gutheiße. Aber welche Alternative gibt es für mich schon? Die Tochter meines Bosses gehört jedenfalls nicht in diese Welt. Ich muss mich auf meine Aufgabe konzentrieren und darf ihr nicht zu nahe kommen. Doch was soll ich tun, wenn diese Frau nicht nur meinen Beschützerinstinkt weckt?

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Leseprobe

Ich kann ihre Anspannung fühlen, als sie aus der Limousine klettert. Ihre Pupillen sind im dunklen Licht der Straßenlampen sichtbar geweitet. Ihre Hand zittert, als sie sie in meine legt, damit ich ihr beim Aussteigen helfe.

»Alles in Ordnung?«, frage ich leise.

Sie schüttelt den Kopf. Aber was habe ich auch erwartet? Sie will nicht hier sein. Für sie ist das ein Moment, der sie zu einem Objekt im Schachspiel ihres Vaters macht. Er schiebt sie wie eine Figur hin und her, ohne sich dafür zu interessieren, was sie will. So hat sie es mir erklärt, als ich sie aus ihrem Zimmer abgeholt habe. Erst hat sie sich geweigert, mich zur Limousine zu begleiten, in der ihr Vater bereits gewartet hat. Ich wusste, er wäre sauer, wenn sie sich zu lange Zeit ließe oder gar nicht auftauchen würde. Ich hätte die Konsequenzen zu tragen gehabt. Vielleicht bin ich deshalb auch wenig höflich gewesen, während ich sie aus ihrem Zimmer bugsiert habe.

Vielleicht hat es auch mit ihrem Outfit zu tun, das mich völlig aus dem Konzept gebracht hat. So, wie ihr Vater es ihr befohlen hat, ist sie in ein elegantes, sexy Kleid geschlüpft. Gut, Mr Lavender hat sicher nicht erwartet, dass das Teil dermaßen eng und kurz sein würde. Sonderlich erfreut hat er nicht gewirkt, als sie aus dem Haus getreten ist. Ich habe meinen Blick nicht von ihr wenden können, doch ihrem Dad muss es erscheinen, als hätte sie es darauf angelegt, ihn zu provozieren. Dabei kann ich mir vorstellen, wie machtlos sie sich gerade fühlen muss. Nach den Geschehnissen in London wird sie dazu gezwungen, sich den Wünschen ihres Vaters zu unterwerfen. Er priorisiert seine Geschäfte, statt sie zu beschützen. Obwohl ich mich um sie kümmern soll, weil er sich Sorgen um sie macht, ist er nicht in der Lage, sich in sie hineinzuversetzen. Vielleicht ist es da keine Überraschung, dass sie versucht, ihn mit diesem Fummel zu reizen.

Ich rechne es Ares hoch an, dennoch keinen Kommentar zu ihrem Outfit abgegeben zu haben. Wäre sie meine Tochter, hätte ich ihr nicht erlaubt, so das Haus zu verlassen. Zum Glück muss ich mir darüber keine Gedanken machen. Stattdessen beschäftige ich mich lieber mit den Fantasien, die mir seit dem ersten Blick auf sie durch den Kopf gehen. Ich habe sie das erste Mal geschminkt gesehen. Sie hat ihre Augen betont, sodass das Braun noch mehr leuchtet als sonst. Die Weichheit ihrer Lippen würde ich gerne mit meinem Finger berühren. Den Lipgloss kann sie ruhig weglassen. Der lenkt mich ohnehin nicht von den verlockenden Kurven ab, die sie in dem glitzernden Fummel zur Schau stellt.

Dieser Ausschnitt! Die festen, kleinen Brüste, deren Ansatz ich erkennen kann, würden perfekt in meine Hände passen. Ich habe geglaubt, ihr Gewicht bereits zu spüren, als sie an mir vorbei durch die Tür getreten ist. Ihr Parfum ist mir in die Nase gestiegen. Und plötzlich ist der Wunsch übermächtig gewesen, sie in meine Arme zu ziehen und sie zu küssen, mit den Fingern durch ihr Haar zu fahren und ihren Körper eng an mich zu pressen.

Hätte nur noch gefehlt, dass ich sie mir wie ein Neandertaler über die Schulter geworfen und sie in eine dunkle Höhle geschleppt hätte. Dort hätte ich sie auf ein weiches Lager betten und ihren schlanken Körper entkleiden können, um dann …

Konzentration, Soldat! Du hast eine Aufgabe zu erfüllen, die nichts mit nackter Haut und wild klopfenden Herzen zu tun hat. Deine Fantasien beschäftigen sich mit der Tochter des Chefs. Schon diese Gedanken können dir eine Menge Ärger einbringen. Also hör sofort auf, dich wie ein primitiver Urzeitmensch zu benehmen!

Ich räuspere mich, damit meine Stimme nicht belegt ist, wenn ich mich mit der Frau unterhalte, die das Durcheinander meiner Hormone verursacht hat. »Wenn ich was für dich tun kann …«

»… werde ich mich an dich wenden. Oder an irgendeinen anderen Kerl in diesem Club. Ich komme schon zurecht.« Sie hebt eine dieser perfekten, schmalen Augenbrauen und lässt meine Hand los.

Als sie an mir vorbeigeht, rieche ich wieder dieses nervenaufreibende Parfum. Zum Glück ist der Club so gut gefüllt, dass die anderen Gerüche dort drinnen es bald überdeckt haben. Es reicht, wenn mich ihr Anblick benebelt, wenn sie mit diesen endlos langen Beinen vor mir geht und ich unbedingt überprüfen möchte, ob ihre Kniekehle so weich ist, wie sie aussieht, wenn ihr straffer Po verführerisch nach meinen Fingern ruft, um ihn zu streicheln.

Ich fürchte, jeder anwesende Kerl könnte sich dabei überschlagen, ihr zu Gefallen zu sein. Das könnte ein anstrengender Abend werden. Doch er startet erst einmal viel ruhiger, als ich erwartet habe.

Mr Lavender nimmt an seinem üblichen Tisch Platz und versammelt seine Begleiter um sich. Heute trifft er sich mit den zuständigen Ghosts der unterschiedlichen New Yorker Bezirke. Madison muss sich neben ihn setzen, was sie mit widerwilligem Gesichtsausdruck auch tut. Ich hoffe, sie bekommt ihre Miene besser in den Griff. Sonst könnten das Ares‘ Verbündeten als Provokation verstehen. Zur Sicherheit bleibe ich direkt hinter ihrem Stuhl stehen.

Als der Kellner nach ihren Wünschen fragt, bestellen sich die Männer harte Getränke. Madison verlangt einen Cosmopolitan. Ob Alkohol in der aktuellen Situation eine kluge Entscheidung ist? Ich werde im Blick behalten, wie viel von diesem erfrischenden Shortdrink sie zu sich nimmt.

Kurz darauf halten alle ihre Gläser in der Hand. Die Männer vertiefen sich in Gespräche über die Geschäftsentwicklungen. Madison verfolgt es erst gelangweilt, doch ich kann sehen, wie sie nach und nach Rücken und Schultern anspannt. Ihre freie Hand umklammert die Lehne des Stuhls.

Diese Reaktion macht mir Sorgen. Ich beuge mich vor, bis mein Mund beinahe ihr Ohr berührt. »Kann ich etwas tun, damit du keine Szene machst?«, erkundige ich mich leise.

Sie zuckt zusammen und wendet sich mir zu. Bei der Bewegung streifen meine Lippen ihre Wange. Schnell geht sie auf Abstand. »Ich werde keine Dummheit anstellen«, beruhigt sie mich flüsternd. »Schließlich bin ich nicht dämlich. Aber das war das letzte Mal, dass ich mich von meinem Vater zwingen lasse, diesem albernen Schauspiel beizuwohnen. Wann kommen denn die Geschenke, um ihm und seiner Genialität zu huldigen?«

»Bestimmt bringt man bald die edlen Geschmeide, die seine Macht untermauern. Zu Ehren deiner Anwesenheit werden die nackten Frauen, die sie üblicherweise präsentieren, heute hoffentlich weggelassen.«

Madison prustet los. Ihre Augen funkeln so frech, dass sich auch meine Mundwinkel heben. Vermutlich sollte ich nicht so verdammt viel Stolz empfinden, weil es mir gelungen ist, ihre Laune zu heben.

Als ich mich wieder aufrichte, begegnet mein Blick dem von Mr Lavender. Der Boss hat die Stirn gerunzelt und wirkt nicht sonderlich erfreut.

Rasch wische ich das Lächeln aus meinem Gesicht, verschränke die Arme hinter dem Rücken und starre ausdruckslos geradeaus. In der kommenden Stunde gelingt es mir, Madison nicht ununterbrochen anzustarren. Es gibt ohnehin genug anderes zu überwachen.

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